Hermann Josef von Steinfeld

Statue Hl. Hermann-Josef

Hermann wurde als Sohn einer verarmten Familie um 1150 in Köln geboren. Im Alter von 12 Jahren kam er in das Kloster Steinfeld zu den Prämonstratenser-Chorherren. Seine Studien absolvierte er wahrscheinlich in Mariengaarde bei Hallum in Friesland. Nach seiner Rückkehr nach Steinfeld wurde er zum Priester geweiht und wurde zunächst mit dem Dienst im Refektorium (Speisesaal) beauftragt. Später übertrug ihm der Abt das Amt des Sakristans in der Abteikirche. Zudem betreute er seelsorglich vor allem Schwesternklöster in der Region. 
 
Besonders bekannt wurde er durch seine „mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria“, die auf seine tiefe Marienverehrung zurückgeht und der er auch seinen Beinahmen Josef verdankt. Schon als Kind soll er sich Maria innig zugewandt haben. Der Legende nach schenkte er dem Marienstandbild in der Kölner Kirche Maria im Kapitol einen Apfel. Daher wird er auch als „Apfelheilger“ bezeichnet. Wie in Köln bei dem Marienbild so werden auch heute noch im Kloster Steinfeld frische Äpfel auf seinen Sarkophag in der Basilika gelegt. 
 
Für die Antwerpener Bruderschaft der Unvermählten schuf Anton van Dyck 1630 ein Gemälde der mystischen Vermählung des Hermann Josef mit Maria, das sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet. Nach diesem Vorbild wurde1698 das Altarbild des Hermann-Josef-Altars in der Basilika Steinfeld geschaffen. Weitere bekannte plastische Abbildungen sind seine marmorne Grabplastik aus dem Jahre 1732 auf dem Sarkophag und die Holzplastik vom Anfang des 16. Jahrhunderts an einem hinteren rechten Pfeiler in der Basilika Steinfeld. 
Hermann Josef starb um 1241 während einer Aushilfe am Donnerstag der Osterwoche im Zisterzienserinnenkloster Hoven bei Zülpich, wo er dann sofort dort an einem von ihm kurz zuvor selbst bezeichneten Platz begraben wurde. Es gelang den Steinfelder Mitbrüdern erst nach Einschaltung des Kölner Erzbischofs, Hermann Josef zu exhumieren und am Pfingstdienstag desselben Jahres in einer triumphalen Prozession in sein Heimatkloster zu überführen. 
 
Gleich nach seinem Tod begann eine nie unterbrochene Verehrung von Hermann Josef. 1728 weihte Papst Benedikt XIII. im römischen Kolleg der Prämonstratenser einen Altar zu Ehren des seligen Hermann Josef und erlaubte, an diesem Altar die heilige Messe zu feiern. Diese Handlung kam für die damaligen Zeitgenossen einer förmlichen Seligsprechung gleich. Erst in einem Dekret der Ritenkongregation 1958 erfolgte die offizielle Kultbestätigung, dass Hermann Josef als Heiliger verehrt werden kann. Diese "Heiligsprechung" wurd 1960 in einer großen Festoktav in Steinfeld begangen. 
 
Der Gedenktag des Heiligen ist der 21. Mai, das große Hermann-Josef-Fest unter Beteiligung der ganzen Region wird am Sonntag vor Pfingsten gefeiert.