Klostergeschichte

Das Kloster Steinfeld hat eine über 1000jährige Geschichte.

Erfahren Sie mehr darüber in den angegebenen Abschnitten.

Geschichtlicher Überblick

Das Kloster Steinfeld erhebt sich mit seinen drei charakteristischen Türmen über einen Höhenzug der Nordeifel. Die geschichtlichen Anfänge reichen bis in die Zeit Heinrichs I. (919-936) zurück, verlieren sich aber in geschichtlichem Dunkel. Um 1070 erfolgte eine erste klösterliche Niederlassung.
1121 kamen Regularkleriker aus Springiersbach (Kreis Wittlich) nach Steinfeld, die um 1130 die Regel des Prämonstratenserordens übernahmen, der erst 1120 vom hl. Norbert von Xanten, dem späteren Bischof von Magdeburg, gegründet worden war. Steinfeld zählte zu den bedeutendsten Klöstern im deutschen Reich. Tochtergründungen erfolgten in Irland, Holland, Deutschland (z.B. Abtei Hamborn), vor allem aber im Osten; von besonderer Bedeutung ist das Stift Strahov (1140) bei Prag. 1184 wurde Steinfeld zur Abtei erhoben, in der bis zur Säkularisierung (1802) 44 Äbte in ununterbrochener Reihenfolge regierten.
 
Nach der Säkularisierung 1802 diente das Kloster verschiedenen weltlichen Zwecken, bis es 1923 von der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer übernommen und neu belebt wurde.
 
Die Salvatorianer übernahmen die ehemalige Klosterkirche und heutige Basilika sowie die Seelsorge in der Pfarrei, gründeten ein Gymnasium und ein Jungeninternat, betreiben einen Klosterladen und ein Klostercafé und leiten die Akademie Kloster Steinfeld und ein Gästehaus.
 
Steinfeld gilt in seiner Gesamtanlage als eines der besterhaltenen klösterlichen Baudenkmäler des Rheinlandes, als Ort einer lebendigen, nunmehr tausendjährigen Kultur und Tradition.
 

Der Orden der Prämonstratenser

 

Wappen des Ordens der Prämonstratenser Chorherren
 
Um 1138 nahmen die in Steinfeld lebenden Augustiner-Chorherren die Regel des 1121 in Prémontré in Frankreich gegründeten Ordens der Prämonstratenser-Chorherren an. Der Orden wurde vom hl. Norbert von Xanten, dem späteren Erzbischof von Magdeburg gegründet. Schon bald nach der Gründung verbreitete sich die neue Ordensgemeinschaft in ganz Europa, später auch in Amerika, Afrika, Indien und Australien. 
Schwerpunkt der Prämonstratenser ist Gemeinschaft und Seelsorge, vor allem Pfarrseelsorge. Diese übten die Steinfelder Chorherren durch die Jahrhunderte vor allem in der weiten Region rund um Steinfeld aus. 
In seiner Blütezeit zählte der Orden mehr als 600 selbständige Klöster. Nach dem fast vollständigen Untergang durch Reformation, Säkularisation und Kommunismus konnte sich der Orden in jüngster Zeit wieder neu beleben. 
In Steinfeld waren die Prämonstratenser durchgängig bis zur Aufhebung des Klosters während der Säkularisation 1802. Der letzte Abt Gilbert Surges wurde dann der erste Pfarrer von Steinfeld. 
Abt mit Chorherren
 
Weitere Informationen

Hermann Josef von Steinfeld

Statue Hl. Hermann-Josef

Hermann wurde als Sohn einer verarmten Familie um 1150 in Köln geboren. Im Alter von 12 Jahren kam er in das Kloster Steinfeld zu den Prämonstratenser-Chorherren. Seine Studien absolvierte er wahrscheinlich in Mariengaarde bei Hallum in Friesland. Nach seiner Rückkehr nach Steinfeld wurde er zum Priester geweiht und wurde zunächst mit dem Dienst im Refektorium (Speisesaal) beauftragt. Später übertrug ihm der Abt das Amt des Sakristans in der Abteikirche. Zudem betreute er seelsorglich vor allem Schwesternklöster in der Region. 
 
Besonders bekannt wurde er durch seine „mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria“, die auf seine tiefe Marienverehrung zurückgeht und der er auch seinen Beinahmen Josef verdankt. Schon als Kind soll er sich Maria innig zugewandt haben. Der Legende nach schenkte er dem Marienstandbild in der Kölner Kirche Maria im Kapitol einen Apfel. Daher wird er auch als „Apfelheilger“ bezeichnet. Wie in Köln bei dem Marienbild so werden auch heute noch im Kloster Steinfeld frische Äpfel auf seinen Sarkophag in der Basilika gelegt. 
 
Für die Antwerpener Bruderschaft der Unvermählten schuf Anton van Dyck 1630 ein Gemälde der mystischen Vermählung des Hermann Josef mit Maria, das sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet. Nach diesem Vorbild wurde1698 das Altarbild des Hermann-Josef-Altars in der Basilika Steinfeld geschaffen. Weitere bekannte plastische Abbildungen sind seine marmorne Grabplastik aus dem Jahre 1732 auf dem Sarkophag und die Holzplastik vom Anfang des 16. Jahrhunderts an einem hinteren rechten Pfeiler in der Basilika Steinfeld. 
Hermann Josef starb um 1241 während einer Aushilfe am Donnerstag der Osterwoche im Zisterzienserinnenkloster Hoven bei Zülpich, wo er dann sofort dort an einem von ihm kurz zuvor selbst bezeichneten Platz begraben wurde. Es gelang den Steinfelder Mitbrüdern erst nach Einschaltung des Kölner Erzbischofs, Hermann Josef zu exhumieren und am Pfingstdienstag desselben Jahres in einer triumphalen Prozession in sein Heimatkloster zu überführen. 
 
Gleich nach seinem Tod begann eine nie unterbrochene Verehrung von Hermann Josef. 1728 weihte Papst Benedikt XIII. im römischen Kolleg der Prämonstratenser einen Altar zu Ehren des seligen Hermann Josef und erlaubte, an diesem Altar die heilige Messe zu feiern. Diese Handlung kam für die damaligen Zeitgenossen einer förmlichen Seligsprechung gleich. Erst in einem Dekret der Ritenkongregation 1958 erfolgte die offizielle Kultbestätigung, dass Hermann Josef als Heiliger verehrt werden kann. Diese "Heiligsprechung" wurd 1960 in einer großen Festoktav in Steinfeld begangen. 
 
Der Gedenktag des Heiligen ist der 21. Mai, das große Hermann-Josef-Fest unter Beteiligung der ganzen Region wird am Sonntag vor Pfingsten gefeiert.
 
 

Die Geschichte des Klosters

Übersicht auf dem Zeitstrahl

Ereignisse in Steinfeld

Jahr

Ereignisse in der Welt

Gründung einer Kirche im geschichtlichen Dunkel um 920

900

Otto der Große (* 912)

 

950

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (962-973)

 

1000

Leif Eriksson (975 bis 1020) entdeckt um 1000 als erster Nordamerika

Erste Klostergründung in Steinfeld um 1070

1050

 

1121 kommen Regularkanoniker nach Steinfeld

Um 1130 nehmen sie die Ordensregel der Prämonstratenser an

1142 Grundsteinlegung des Basilika in Steinfeld

1100

 

1184 wird Steinfeld zur Abtei erhoben

1150

Von 1095 bis 1291 finden die Kreuzzüge statt – Ziel ist die Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes von den „Ungläubigen“

König Richard (Löwenherz) regiert England von 1157 bis 1199

Der Heilige Hermann Josef stirbt um 1240

1200

 

 

1250

 

 

1300

Die Pest erschüttert Europa im 14. Jahrhundert

Unter Abt Gottfried Bongenberg (1381 bis 1388) wird das Kloster von den Bretonen überfallen, der Abt wird grausam ermordet.

1350

 

Ende des 15. Jahrhunderts: Neuerrichtung des Kreuzgang in gotischem Stil

1400

 

 

1450

Gutenberg druckt die erste Bibel zwischen 1450 und 1456

Reformation in Deutschland: Martin Luther, Theologe und Reformator (1483 bis 1546)

Ab ca. 1500 nach den schwierigen Jahren (u.a. Pest): Beginn einer neuen Blütezeit für Steinfeld.

Von 1522 bis 1557: Verglasung des Kreuzgangs durch kunstvolle Glasmalereien

1500

1534 entdeckt Kopernikus das Heliozentrische Weltbild

 

1550

 

 

1600

Ganz schwierige Zeiten für Europa: der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1848)

 

1650

 

 

1700

 

Abt Evermodus Claessen aus Gangelt (1767-1784) gibt der Klosteranlage seine heutige Form einschließlich der umfassenden Klostermauer mit dem großen Eingangstor

1750

Die Französische Revolution (1789 bis 1799)

Napoleon Bonaparte (1799 bis 1815)

 

1802: Aufhebung der Abtei durch Napoleon, Klosterkirche wird Pfarrkirche, Andreaskirche wird abgerissen, Klostergebäude werden verkauft und Kunstgegenstände verschleudert.

1844 gelangt das Kloster in den Besitz des Preußischen Staates und wird zur Erziehungsanstalt

1800

 

 

1850

 

1923 Übernahme des Klosters durch die Salvatorianer, Errichtung einer Schule und eines Internats

1900

1914 bis 1918 Erster Weltkrieg

1939 bis 1945 Zweiter Weltkreig

Hermann Josef darf als Heiliger verehrt werden (1958).

1960 Die Steinfelder Kirche wird Päpstliche Basilika (basilica minor)

850 Jahre Basilika Steinfeld (1992)

1950

1969 Neil Armstrong landet für Amerika auf dem Mond

1990 Deutschland wird wiedervereinigt

 

2000

 

weiterlesen: Geschichte bis zur Erhebung zur Abtei 1184

920 bis 1184

Um das Jahr 920 wird zum ersten Mal der Name Steinfeld genannt. Graf Sibodo von Hochstaden lässt die Gebeine des heiligen Bekenners Potentinus und seiner beiden Söhne Felicius und Simplicius mit Erlaubnis des Erzbischofs Rutger von Trier von Carden an der Mosel nach Steinfeld überführen. Dort soll der Graf ein Jagdschloss besessen haben, das er in ein Benediktinerinnenkloster umwandelte. Erzbischof Wigfried von Köln (925 bis 953) weihte das Gotteshaus ein. 

Da bei den Ordensfrauen die Ordenszucht verfiel, erwarb der Erzbischof Friedrich von Köln (1100 bis 1131) das Kloster von der Are und rief im Jahr 1097 Augustiner-Chorherren aus dem Stift Springiersbach im Kreis Wittlich nach Steinfeld. Eine bereits errichtete Kapelle zum hl. Andreas erhielt die Rechte einer Pfarrkirche. Die Stiftungsurkunde des Erzbischofs Friedrich, die die Rechte und Pflichten des Klosters regelte, ist die älteste noch erhaltene Urkunde von Steinfeld.
Der hl. Norbert von Xanten gründete um 1121 den Orden der Prämonstratenser, den er auf der Regel der Augustiner-Chorherren aufbaute. Kurze Zeit später, unter dem ersten Propst Evervin von Helfenstein (1121-1151), der die heiligen Norbert und Bernhard von Clairvaux persönlich kannte, schloss sich der Konvent um 1138 den Prämonstratensern an.  
Dieser Propst war für das Kloster Steinfeld von überragender Bedeutung. Im Jahr 1142 legte er den Grundstein zu einer neuen Klosterkirche. In einer Bauzeit von acht Jahren wurde die heute Basilika als dreischiffige, romanische Gewölbekirche erbaut. Unter Evervin begann für Steinfeld eine Entwicklung, die es zu einem der bedeutendsten Klöster in  Deutschland werden ließ. Er war es auch, der schon bald Steinfelder Mitbrüder zu Tochtergründungen aussandte. Tochtergründungen gab es in Holland, Irland und Deutschland (Duisburg-Hamborn), vor allem aber auch im Osten. Von besonderer Bedeutung ist die Gründung des Stiftes Strahov oberhalb von Prag (1140).
Der zweite Propst Ulrich (1152 bis 1170) orientiert sich an der Erneuerungsbewegung der Kirche, die von Frankreich ausgeht und mit den Orten Citeaux, Clairvaux und auch Prémontré verbunden ist. 1163 unterstellt der selige Friedrich von Mariengarten seine Neugründung in Friesland dem Kloster Steinfeld. Probst Ulrich nimmt auch den jungen Hermann von Köln, den späteren hl. Hermann Josef, in den Konvent auf, der später seine Studien im Kloster Mariengarten absolviert. 
1184 nach dem Tod des fünften Steinfelder Propstes wird Steinfeld zur Abtei erhoben und bis zur Auflösung während der Säkularisation 1802 stehen 44 Äbte in ununterbrochener Reihenfolge der Klostergemeinschaft vor.
 
 

1184 bis 1802

Nach der Erhebung zur Abtei im Jahr 1184 hatte das Kloster Steinfeld viele Jahrzehnte eine friedliche Zeit, sich zu entfalten und wirtschaftlich zu sichern. Dem Auftrag des Ordensgründers entsprechend übernahmen die Steinfelder Chorherren die Seelsorge in der ganzen Region. So wurde Steinfeld bald zum Archidiakonat mit den Orten Steinfeld, Kall, Krekel, Reifferscheid, Ripsdorf und Sistig, wahrscheinlich auch Harperscheid, Hellenthal, Schleiden und Wildenburg. Außerdem übten die Steinfelder Prämonstratenser die Seelsorge in zahlreichen Pfarreien eines Gebiets aus, das von St. Dionysius in Krefeld bis nach Wehr bei Laach und bis an die Nahe im Süden reicht. 

Der spätere heilige Hermann Josef wird von Probst Ulrich in den Konvent aufgenommen, studiert in Mariengarten und ist bis zu seinem Tode Chorherr in Steinfeld. Seine Frömmigkeit und sein mystisches Charisma sind für seine Zeitgenossen so überwältigend, dass gleich nach seinem Tod (ca. 1241) eine nicht mehr endende Verehrung beginnt. Sicher hat dazu auch eine Vita beigetragen, die ein Mitbruder aus eigener Kenntnis kurz nach seinem Tod fertigte. 

Die Abtei war gefestigt, aber im 14. Jahrhundert folgten Krieg und Unruhen. Auch im Innern war nicht alles so, wie man es sich wünschen konnte. Missernten und Hungersnot wurden zur Plage der ganzen Region. So wurde man in Steinfeld gezwungen, einige Liegenschaften zu veräußern um zu überleben. Hinzu kamen die furchtbaren Auswirkungen der Pest, die auch vor den Toren des Klosters nicht Halt machten. Innerhalb von 47 Jahren residierten sechs Äbte. 

Auch die Steinfelder Chorherren gerieten in die Auseinandersetzung zwischen dem rechtmäßigen Papst Urban VI. und dem Gegenpapst Clemens VII. Steinfeld stand ganz auf der Seite des rechtmäßigen Papstes. So überfielen die Bretonen das Kloster, steckten die Kirche in Brand und schleiften die Mauern. Abt Gottfried Bongenberg (1381 bis 1388) wird verschleppt und ermordet. 

Nach diesen schlimmen Ereignissen bauten die folgenden Äbte mit der Gemeinschaft das Kloster Steinfeld wieder auf und führten es vor allem wieder zu einem religiösen und spirituellen Mittelpunkt der Nordeifel. Doch selbst einige Mitbrüder fanden die Reformen zu streng. Und so soll der Abt Jakob I. (1412 bis 1416) durch die Hand von zwei eigenen Mitbrüdern ermordet worden sein. Seine Nachfolger jedoch setzten das Reformwerk fort und so wird Steinfeld in seiner neuen Blüte zu einem der bedeutendsten Klöstern Deutschlands. 

Auch die Auseinandersetzungen in der Reformationszeit und der Dreißigjährige Krieg gingen nicht spurlos an Steinfeld vorüber. Dennoch war Steinfeld durch die Jahrhunderte auch ein Ort der Theologie. So gründete Abt Christoph Pilkmann aus Bonn (1606 bis 1630) für Klöster der rheinisch-westfälischen Zirkarie in Köln das Collegium Norbertinum. Weitere Äbte von Steinfeld stellten mehrfach den Rektor der Universität zu Köln. 

Auch in Steinfeld selbst zeigt sich die Bedeutung. Vor allem in den Jahren des Abtes Evermodus Claessen aus Gangelt (1767 bis 1784) wird Steinfeld renoviert, baulich erneuert und erweitert. Es erhält unter diesem Abt seine heutige Form bis hin zu der 1,6 km langen Umfassungsmauer mit dem großen Eingangstor, das auch heute noch die Besucher, Wanderer und Pilger mit offenen Toren empfängt.

Doch kaum war alles fertig gestellt, bereitete ein Napoleonisches Dekret im Jahre 1802 allem klösterlichen Leben ein gewaltsames Ende. Die Chorherren werden vertrieben, der letzte Abt Gilbert Surges (1790 bis 1802) wird der erste Pfarrer von Steinfeld. Die Klosterkirche wird zur Pfarrkirche und St. Andreas, die ältere (Pfarr)-Kirche, wird abgerissen. Der wertvolle Potentinus-Schrein wird nach Paris gebracht (heute im Louvre), die Bibliothek wird verschleudert bzw. verbrannt und die Ländereien werden parzelliert und ebenfalls verschleudert. Die Abtei selbst wird versteigert und kommt später in den Besitz des preußischen Staates.  

 
 

1802 bis heute

Nach der Aufhebung der Abtei Steinfeld 1802 durch einen politischen Raubakt – der Besitz wurde von französischen Kommissaren versteigert und verschleudert und die Chorherrn wurden vertrieben – begann für das Kloster eine schwierige Zeit. Die Abteikirche blieb zwar als Pfarrkirche für die Ortsgemeinde erhalten, aber wer sollte sich um die große Klosteranlag kümmern

Über 120 Jahre blieb die Abtei in weltlichem Besitz und diente verschiedenen Zwecken. Nach langem Hin und Her übernahm der Preußische Staat das Anwesen und richtete 1844 im Kloster Steinfeld eine „Königlich-Preußische Erziehungsanstalt“ ein. Diese Nutzung entsprach sicher nicht den Vorstellungen für die Nutzung eines Klosters, aber so wurde wenigstens der totale Verfall verhindert.

1873 gab es einen schlimmen Brand des Dachgestühls und des Vierungsturms. Dies führte schließlich dazu, den Kölner Architekten und Diözesanbaumeister Heinrich Wiethase (1833 bis 1893)mit der Erneuerung der Westfassade zu beauftragen. Bei dieser Erneuerung (1884) bekam das Westwerk seine markante Gestalt mit den zwei hohen, runden Türmen. Bei der letzten Sanierung (2010) wurde es dann verputzt und erstrahlt nun – wie die ganze Basilika – in leuchtendem Weiß.  

Bis 1923 blieb die Erziehungsanstalt in Steinfeld, als die Salvatorianer das Kloster übernahmen. Die ersten Jahre waren für die Ordensleute sehr schwer, mussten sie doch die heruntergewirtschafteten Gebäude auf Vordermann bringen. Die Salvatorianer übernahmen die Pfarrseelsorge und errichteten gleich 1924 ein Gymnasium mit einem Internat vornehmlich für den Ordensnachwuchs. Durch den 2. Weltkrieg und die Nähe zum Westwall kam erneut eine schreckliche Zeit auf Kloster und Umgebung zu.

Nach dem Krieg konnte die von den Nazis geschlossene Schule wiedereröffnet werden und wurde 1958 zum Vollgymnasium ausgebaut (Schulneubau 1959 mit verschiedenen Erweiterungen bis 1985). Die Salvatorianer etablierten im Kloster Steinfeld einige apostolische Werke: Verlagsbuchhandlung (heute Klosterladen), Gäste- und Bildungshaus und Akademie Kloster-Steinfeld. Steinfeld wurde so wieder zu einem Zentrum der Bildung und Spiritualität, Kunst und Kultur über die Region hinaus.

Und so gilt der Ausspruch über Steinfeld in einer Festschrift von 1747 noch heute: „Das Haus auf dem Felsen, in dem das Licht wohnt, in dem kein Raum für Finsternis war, noch ist, noch sein wird.“ 

Der Orden der Salvatorianer

Die Salvatorianer sind eine Ordensgemeinschaft, die 1881 von dem deutschen Priester Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan in Rom gegründet wurde. Seinem Auftrag entsprechend sollen die Mitglieder allen Menschen das Heil verkünden, das uns in Jesus Christus erschienen ist, und zwar "auf jede Weise und mit allen Mitteln, die die Liebe Christi eingibt". Pater Jordan war selbst tief berührt von dem Wort des Johannesevangeliums "Das ist das ewige Leben, dass sie Dich erkennen, den wahren und einzigen Gott, und den Du gesandt hast, Jesus Christus" (Joh. 17,3).

Um dieses Ziel zu erreichen, verkünden die Salvatorianer allen Menschen das Heil, das in Jesus Christus erschienen ist. Sie sollen bereit sein, allen Menschen überall auf der Welt, auf jede Weise und mit allen Mitteln, welche die Liebe Christi eingibt, zu dienen. Ihr Apostolat beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Aufgabe wie Bildung oder die Arbeit mit jungen Menschen. Sie betonen die Universalität der christlichen Berufung, indem sie die Laien ermutigen, ihr Taufversprechen zu leben und in ihrem privaten und gesellschaftlichen Leben Glaubenszeugen zu sein.

Deshalb sind sie in Missionsländern vertreten, solidarisieren sich mit den Armen und Ausgegrenzten und setzen sich für persönliche Entwicklung, Familienleben, Gesundheit und Bildung ein; sie leiten Pfarreien im Sinne des salvatorianischen Charismas; sie begleiten junge Menschen, die herausfinden möchten, wie sie ihre christliche Berufung leben können; sie fördern wir christliche Ausbildung und ermutigen zu geistlichem Wachstum und zur aktiven Mitwirkung in der Kirche und in der Welt; sie betreiben Forschung und lehren in Universitäten und verkünden das Evangelium auf zeitgemäße Weise und im Dialog mit jeder Kultur durch die Mittel der sozialen Kommunikation.

Adresse des Generalats (Zentrale in Rom):
Curia Generalizia della Società del Divin Salvatore
Via della Conciliazione, 51
I - 00193 ROMA
Tel. +39 (06) 686 291
www.sds.org

Die Salvatorianer sind auf allen Kontinenten vertreten, in Afrika, Asien, Australien, Europa und Nord- und Südamerika.

In Europa sind sie in folgenden Ländern:  Albanien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schottland, Slowakei, Spanien, Schweiz, Tschechien, Ukraine, Ungarn und Weißrussland

Der Orden ist verwaltungstechnisch in Provinzen unterteilt. Die Deutsche Provinz wurde 1908 ins Leben gerufen. 1930 wurde diese dann in eine Nord- und eine Süddeutsche Provinz aufgeteilt. Im Jahre 2009 haben sich diese beiden Provinzen wieder zu einer „Deutschen Provinz“ zusammengeschlossen.

In Deutschland leben Gemeinschaften in
Bad Wurzach, Berlin, Kall-Steinfeld, Köln, Lindau, München, Münster, Pfarrkirchen, Stuttgart (Deutsche Provinz); 
Grevenbroich, Solingen (Mitglieder der Belgischen Provinz)

Adresse des Provinzialates (Zentrale in Deutschland):
Provinzialat der Salvatorianer
Agnes-Bernauer-Str. 181
D - 80687 München
Tel.: +49 (89) 546 737-31
Fax: +49 (89) 546 737-32
info@salvatorianer.de
www.salvatorianer.de

Pater Jordan – Gründer der Salvatorianer

P. Jordan

Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan wurde am 16. Juni 1848 in Gurtweil bei Waldshut /Schwarzwald geboren und erhielt in der Taufe den Namen Johann Baptist. Zunächst erlernte er den Beruf des Malers, holte nach den üblichen Lehr- und Wanderjahren mit 26 Jahren das Abitur nach und studierte dann Philosophie und Theologie an der Universität Freiburg im Breisgau. 1877 trat er in das Priesterseminar St. Peter ein und wurde am 21. Juli 1878 zum Priestergeweiht. Wegen des damals herrschenden „Kulturkampfes“ wurde er zum Weiterstudium nach Rom gesandt, wo er sich mit den Sprachen des Vorderen Orients befasste.

Nach einer Bildungsreise in den Orient gründete er die „Apostolische Lehrgesellschaft“, zu der in der ersten Stufe Männer und Frauen gehören sollten, die nach den evangelischen Räten lebten. Der Gründungstag des männlichen Zweiges wurde der 8. Dezember 1881, den er wenig später zur Ordensgemeinschaft mit dem Namen „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes“ (Salvatorianer) umgestaltete. Der Zweck war die äußere und innere Mission; er selbst nahm den Namen Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan an.

Am 8. Dezember 1888 gründete er mit Freifrau Therese von Wüllenweber vom Schloss Myllendonk (bei Mönchengladbach) den Orden der „Schwestern des Göttlichen Heilandes“ (Salvatorianerinnen). Sein Versuch, in einer zweiten Stufe Akademiker zur Verteidigung des Glaubens zu sammeln, gelang ihm nicht; wohl aber konnte er besonders im deutschsprachigen Raum Gläubige sammeln, die in ihrem Lebensumkreis apostolisch wirken sollten.

Schon 1890 begann er, die beiden Ordensgemeinschaften zuerst in dem damaligen Assam (Nordostindien), dann in einigen Ländern Europas und schließlich auch in Nord- und Südamerika auszubreiten. Er selbst bemühte sich vor allem um die geistliche Begleitung und apostolische Formung der jungen Mitbrüder.

1915 musste er wegen des Ersten Weltkriegs mit dem Generalat nach Freiburg in der Schweiz umziehen. Im gleichen Jahr stimmte das 3. Generalkapitel des Ordens seinem Wunsch zu, von der Leitung der Gesellschaft zurückzutreten, und übertrug Pater Pancratius Pfeiffer (1872 bis 1945) die Leitung der Salvatorianer. Pater Franziskus vom Kreuz starb nach schwerer Krankheit am 8. September 1918 in Tafers bei Fribourg (Schweiz) im Ruf der Heiligkeit. Seine sterblichen Überreste wurden 1956 nach Rom in das Mutterhaus der Salvatorianer überführt. .

Der Seligsprechungsprozess wurde 1942 begonnen und geht dem Abschluss entgegen. 

Wiederbesiedelung und Restaurieung des Klosters (im Aufbau)

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