Folk in Steinfeld: Helmut Debus und Band am 20.05.2017

Wo ik her kaam, is dat Land so free un wiet, wasst dat Gras un bleuht de Klee, rückt de Luft na Solt un See, blänkert Water, ruschelt Reith, jagt de Wulken, Wind de weiht, wo ik her kaam. Alma Rogge

Mit Helmut Debus hat 1981 die Reihe der Folkkonzerte in Steinfeld begonnen und so ist ein Konzert mit diesem Musiker ein Muss zum langsamen Ausklang der Konzertreihe. Immer mal wieder zwischendurch ist der Sänger in Steinfeld aufgetreten. Besonders hervorzuheben ist das erste gemeinsame Konzert mit dem wesensverwandten Allan Taylor. Durch die Konzerte in Steinfeld wurden die beiden miteinander bekannt – mit Hilfe einer kleinen Portion Geburtshilfe durch den Organisator.

Helmut Debus, Jahrgang 1949, aufgewachsen in Brake an der Weser, singt und schreibt seit mehr als 40 Jahren Lieder und Texte in seiner Muttersprache, seiner Herzenssprache, in seiner Poesiesprache – Niederdeutsch. Er ist der herausragende niederdeutsche Liedpoet von internationalem Format. Er ist Erhalter und Erneuerer der Sprache, gegen das Platte und Satte. Seine eigensinnige Poesie gibt der niederdeutschen Sprache das zurück, was sie heute am meisten braucht – Respekt und Würde. Seine Songs sind klug und romantisch, seine Lieder machen unser Herz weicher und unsere Seele größer. Debus erhielt für seine künstlerische Arbeit u. a. den Bad Bevensen Preis, 1990 das Niederdeutsche Künstlerstipendium, 1999 den Literaturpreis der Stadt Kappeln und 2004 den Kulturpreis der Oldenburgischen Landschaft. Seine letzten beiden Alben „Dreihen und Weihen“ (2012) und „Liekut un annersrum“ (2015) waren nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Pünktlich zu seinem 66jährigen Geburtstag schenkt der große Poet von der Weser sich und seinen oft langjährigen Zuhörern seine zweite richtige Band-CD, die zugleich sein 19. Album seit seiner 1976 eingespielten Debüt-LP ‚Wo ik herkam‘ markiert. Seitdem singt und schreibt – und denkt – Helmut Debus op Platt, in niederdeutscher Sprache also, die niemand anders hierzulande auf so poetische  und wunderbar melodische Weise zum Klingen bringt....Das Lied ‚Amerika‘ erzählt von einem Jungen, der sich vom Weserstrom über den großen Teich träumt, doch Debus weiß zugleich, dass Sehnsuchtsorte wie Amerika auch Illusion sein können und dass es dort, wo ‚Clowns mit Blumen winken‘, in diesem vermeintlichen Paradies der Oberflächlichkeiten und Belanglosigkeiten, auch bisweilen ‚na Lögen, Dollars un Verrad‘ stinkt.“ Michael Tiefensee, 2015

Neben Debus mit Gesang und Akustikgitarre hören wir Michael Jungbluth an der E-Gitarre, Iko Andrae am Kontrabass und Andreas Bahlmann an den Drums. Und diese Besetzung ist wirklich eine Wucht. Sie tut den Liedern des plattdeutschen Songpoeten wahrlich gut. Abgesehen davon, dass Debus für sein neues Album sehr eingängige und abwechslungsreiche Melodien gelungen sind, vermögen seine Mitmusiker die in plattdeutscher Mundart gesungenen Lieder in geschmackvolle Arrangements zu kleiden. Lieder von Fernweh, Leidenschaft und Melancholie, Debus singt sich die Seele aus dem Leib und ist dabei unglaublich gut bei Stimme. Hier singt einer, der mit sich, seiner Musik und seinen Songs im Reinen ist.“ Ulrich Joosten im FOLKER

In einem Interview mit der Nordwest Zeitung vom 17. September 2015 sagt Debus unter anderem „...Ich habe die Band durch einen Zufall kennengelernt. Ich glaube, dass meine Musik eine gewisse Portion Dreck unter den Nägeln braucht. Genau diese Kantigkeit und Rauheit geben mir die Jungs...Durch das Fernsehen werden wir mit allen Katastrophen tagtäglich konfrontiert. Das hat die Welt in unserem Denken und Fühlen, in unserem Inneren zu einem ganz unsicheren Ort gemacht. Ich glaube, gerade Künstler, die Musik machen, die schreiben, spüren solche Dinge als erste und es ist ihre Aufgabe, sie zu beschreiben.....Ich träume davon das Träumen nicht zu verlieren. In dieser komplett durchorganisierten Welt, in der jeder programmiert werden soll, ist das ganz besonders wichtig.“

Aus „Waak up un drööm“ (Wach auf und träume):
Waak up un drööm, de Sunn drinkt dat Meer, 
de Maand drinkt ut de Sunn sien Himmelsbeer.

Termin: Samstag, 20. Mai 2017 um 20:00 Uhr
in der Aula des Hermann-Josef-Kollegs
53925 Kall-Steinfeld (Klosster Steinfeld)

Vorverkauf:
Rees, Schleiden
Postfiliale Hellenthal
Musik Jacobs, Euskirchen
Buchhandlung Pavlik, Kall
Buchhandlung Mütters, Bad Münstereifel
Bücherecke Elsen, Blankenheim
Klosterladen, Steinfeld

Email: GerdWeimbs(at)aol.com

Preis: 14 € (Schüler, Studenten etc.: 9 €, Familie: 29 €)